Wer komponierte „Kaspar Hauser“?

Am 23. April feiert die in Koproduktion mit dem Theater Freiburg entstandene Oper Kaspar Hauser Premiere im Textilmuseum. Doch wer steckt hinter der Neukomposition?

Komponist Hans Thomalla

Hans Thomalla, gebohren 1975 in Bonn, studierte Komposition an der Musikhochschule in Frankfurt und an der Stanford University. Heute lebt der Komponist in Chicago, ist als Professor für Komposition an der Northwestern Universtity tätig und leitet dort das von ihm gegründete Institut für Neue Musik.

In seinen Werken thematisiert Thomalla die Ambivalenz von Musik als kulturell und geschichtlich bestimmten Ausdruck aber auch als akustisch geprägte Klangrealität. Dabei schreibt er schreibt Kammer- und Orchestermusik – sein Fokus liegt allerdings auf dem Musiktheater. Seine erste Opernkomposition Fremd für Solisten, Chor, Orchester und Eletronische Klänge kam im Juli 2011 in Stuttgart zur Uraufführung. Thomallas zweite Oper Kaspar Hauser feierte im April 2016 als Koproduktion der Theater Freiburg und Augsburg Premiere in Freiburg.

Hans Thomalla wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet. So erhielt er unter anderem den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung und den Kranichsteiner Musikpreis sowie den Christoph-Delz-Preis.

Kaspar Hauser feiert am 23. April 2017 Premiere im tim.
Karten und Infos gibt es hier.

Die Entstehungsgeschichte einer Opernproduktion

Vergangenen April feierte Kaspar Hauser Uraufführung am Theater Freiburg. Rund ein Jahr später feiert die in Koproduktion mit uns entstandene Oper nun auch in Augsburg Premiere.

Komponist Hans Thomalla schuf die Oper, die als Auftragswerk des Theaters Freiburg entstand, in den Jahren 2013 bis 2015. Eine erste Begegnung mit dem Stoff hatte der Komponist in einem Bildband zu Kaspar Hauser, auf den er in der Stanford Library stieß. Von der Thematik fasziniert, entwarf Thomalla noch während den Proben zu seiner ersten Oper „Fremd“ ein Libretto und eine Projektskizze. Nach den ersten Treffen mit Countertenor Xavier Sabata konnte Thomalla seine Ideen zur musikalischen Figur des Kaspar Hauser konkretisieren und erarbeitete einen spezifischen „Sound“ für die Gesellschaft, in die das rätselhafte Findelkind einschlägt.

Thomalla selbst schreibt zur Entstehung seiner Komposition in der Deutschen Bühne (Ausgabe Dezember 2015):

„Was als eine dokumentarische Reflexion über Kaspar Hauser begann, war am Ende die Oper „Kaspar Hauser“. Dabei wich die Nacherzählung einer historischen Begebenheit mehr und mehr dem autonomen Text der Partitur mit seiner eigenen musikalischen und sprachlichen Realität und als letztem Entwicklungsschritt einer Vergegenwärtigung durch die Inszenierung auf der Freiburger Bühne. Dass dieser eigene musikalische, sprachliche und szenische „Text“ der Oper viele Anknüpfungspunkte mit dem dokumentarsichen Material hat, versteht sich von selbst.“

Die Presse zeigt sich begeistert vom dreiaktigen Opernwerk. Susanne Benda, Journalistin bei den Stuttgarter Nachrichten, schreibt nach der Uraufführung im April 2016:

„Auch Thomallas zweites Musiktheater lebt von der hohen Kunst der Vokalkomposition. […] Schon „Fremd“, uraufgeführt 2011 in Stuttgart, war, so gesehen, eine Oper über die Oper (oder über das Nachdenken darüber), und das ist jetzt wieder der Fall. Auch „Kaspar Hauser“, dessen Libretto Thomalla nach Zeitzeugenberichten und nach den autobiografischen Notizen Hausers selbst verfasste, hätte den Titel „Fremd“ tragen können, und so darf man die wunderschönen Szenen, in denen Thomalla die Begriffe „Nichts“ und „Niemand“ mit zerbrechlichen, oft kaum hörbaren Klängen umkreist, als zentrale Momente des Stücks verstehen.
Sie sind dessen schönste. Thomalla erweist sich auch in diesem Stück wieder als Vokalkomponist von höchster Fantasie, Kraft und Qualität. Bei den (exzellent einstudierten) Ensembleszenen könnte man versinken in die fast erotisch wirkenden Reibungen und dichten Kreuzungen der Gesangslinien, die sich, oft unbegleitet, zu amorphen, irisierenden Klangflächen fügen. Kompositionstechnisch beweist das Stück ebenso höchstes Niveau wie in seiner Art des Nachdenkens über die Musikgeschichte.“

Kaspar Hauser
Premiere: 23. April 2017
Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)

Liget, Berio und Strawinsky beim 6. Sinfoniekonzert

Kommende Woche laden die Augsburger Philharmoniker unter dem Titel Folklore neu gehört zum sechsten Sinfoniekonzert der Spielzeit 2016/17. Am Montag und Dienstag, 20. und 21. März 2017 präsentiert das Orchester im Kongress am Park drei musikalische Annäherungen an die landeseigene Folklore.

György Ligeti

Den Auftakt macht dabei György Ligetis Concert Românesc, das rumänische Volkslieder vearbeitet. Obwohl die Komposition stark der Dur-Moll-Tonalität verpflichtet ist, sorgten einige als politisch inkorrekt empfundene Dissonanzen dafür, dass das Werk vom stalinistischen Regime verboten wurde. Das Verbot bestärkte den Komponisten in seiner Entscheidung, von jetzt an „eine radikal dissonante und chromatische Musik zu entwickeln“ – Kompositionen wie Apparitions, Atmosphères und Ramifications sollten Ligeti in der Folgezeit berühmt und berüchtigt machen.

Luciano Berio

Eine „stilisierte Verwendung“ folkloristischer Motive ist auch die Grundlage für Luciano Berios Voci. Berio transkribierte sizilianische Arbeits-, Wiegen- und Liebeslieder, und bediente sich dabei dreier Schritte: Er identifizierte sich mit dem musikalischen Original, nutzte es als Vorstufe für das Experimentieren mit dem Material, und erreichte schließlich das Stadium des Zerstörens. So erklingen die sizilianischen Lieder in Voci teilweise in ihrer Originalgestalt in unterschiedlichen harmonischen und instrumentalen Kontexten, teilweise als Fragmente, die dann zu neuen „Liedern“ zusammengesetzt werden.

Igor Strawinsky

Mit Igor Strawinskys Suite aus dem Ballett Der Feuervogel, 1910 in Paris komponiert, schließt das Konzert mit russischen Folkloremotiven. Michel Fokine, Choreograf der Uraufführung, verschmilzt in seinem Libretto zwei russische Märchen: Der unsterbliche Koschtschej und Das Märchen von Iwan Zarewitsch, dem Feuervogel und dem grauen Wolf. Strawinskys Musik verleiht den Märchenwelten jeweils eine eigene Farbe: Das düstere Reich Koschtschejs wird im Danse infernale mit peitschendem Rhythmus charakterisiert, der Feuervogel erhält lyrische, gleißende Farben, und die Prinzessinnen zart-duftige Tänze. Das Ballett bescherte Strawinsky einen der ersten großen und langhaltenden Erfolge seiner Karriere.

Unterstützung erhalten die Augsburger Philharmoniker bei ihrem 6. Sinfoniekonzert von Artist in Residence Ruth Killius. Die Violistin wird den Solopart bei Luciano Berios Voci bestreiten. Außerdem zu Gast im Kongress am Park: Dirigent Peter Rundel. Der Spezialist für Musi kdes 20. Jahrhunderts, der regelmäßig bei den großen deutschen Rundfunkorchestern gastiert, wird die musikalische Leitung des Abends übernehmen.

Folklore neu gehört – 6. Sinfoniekonzert
20. und 21. März 2017
Kongress am Park

Ausverkauft! Ausverkauft! Ausverkauft!

Auch auf die Gefahr hin unbescheiden zu wirken: Momentan läuft´s Bombe am Theater Augsburg! Die Schwarzmarktpreise für Tickets steigen ins Unermessliche, die Mitarbeiter des Besucherservice werden tagtäglich mit Bestechungsgeschenken überhäuft und die Schlägereien an der Abendkasse nehmen zu. Ganz Theaterdeutschland ist blass vor Neid und alle fragen sich: Wie machen die das nur?!

Quick & dirty lüftet das Geheimnis. Wie immer am Freitagabend ab 22.30 Uhr. Restkarten über Ebay oder an der Theaterkasse.

Quick & dirty
17. März 2017 | 22.30 Uhr | hoffmannkeller

Kaspar Hauser – die Geschichte

Hans Thomallas Komposition Kaspar Hauser – eine Koproduktion mit dem Theater Freiburg – feiert im April Premiere im Textilmuseum. Der Name des Findelkindes ist weit bekannt – doch welche Geschichte steckt dahinter?

Aus dem Nichts taucht im Mai 1828 ein verwahrloster junger Mann in Nürnberg auf, der viele Schaulustige anlockt und großes öffentliches Interesse auf sich zieht. Er bewegt sich sonderbar, gibt wirre, bruchstückhafte Antworten und kann sich kaum an seine Herkunft erinnern. Kaspar Hauser wird zum Sensationsobjekt, zum Diskussionsgegenstand zahlreicher Spekulationen und zum Forschungsgegenstand der Wissenschaft. Doch seine genaue Herkunft und Identität konnten bis heute nicht geklärt werden. In den darauffolgenden Jahren durchlebt Hauser eine Zeit der Begegnungen, welche die Handlung der Oper darstellen. Pflegefamilien, Ärzte und Wissenschaftler kennzeichnen verschiedene Stationen seines Weges bis er im Dezember 1833 schließlich stirbt. Diese werden chronolgisch, aber bruchstückhaft mittels Zeitzeugenberichten und Hausers eigenen Schriften in Thomallas Komposition erzählt.

Der Komponist selbst schreibt dazu in einem Werkstattbericht, der in der September-Ausgabe 2015 der Deutschen Bühne erschienen ist:

Die Oper bringt ganz linear die historischen Ereignisse um Kaspar Hauser auf die Bühne – von der ersten Szene, dem Auftritt des Protagonisten, bis zum Finale des letzten Aktes, Hausers Tod. Auch die theatralen Mittel stehen auf den ersten Blick deutlich im Dienst der Story. Es gibt eindeutig Charaktere auf der Bühne, die der zugrunde liegenden wahren Begebenheit entstammen, die Einteilung der Szenen und Akte folgt den wesentlichen Abschnitten der Erlebnisse Hausers nach seinem Erschienen (1. Nürnberg, 2. Ansbach im Hause des Lehrers Daumer, 3. Ansbach im Hause des Lehrers Meyer).

Kaspar Hauser
Oper von Hans Thomalla
Premiere: 23. April 2017, tim

Musikalische Brecht-Revue

Am Freitag fiel der Startschuss – das Brechtfestival 2017 feierte mit Der gute Mensch von Downtown, einem Gastspiel des Theaters RambaZamba sowie der Eigenproduktion Die Maßnahme Eröffnung in brechtbühne und Gaswerk. Bis 12. März sind jetzt wieder hochkarätige Theaterensembles, Musiker, Slam Poeten, Literaten, Filmemacher und Brechtforscher in Augsburg zu Gast, die den gesellschaftskritischen Künstler Brecht in seinem Facettenreichtum, seiner Unbequemlichkeit und seiner Widersprüchlichkeit erlebbar machen.

Trotz geschlossenem Großen Haus heißen auch wir in den ersten zwei Märzwochen einige Festivalproduktionen auf unseren Bühnen im hoffmannkeller, der beim Brechtfestival zum Brechtkeller wird, in der brechtbühne und sogar auf den Probebühnen Willkommen! Darüber hinaus freuen wir uns, auch in diesem Jahr wieder eine Eigenproduktion beisteuern zu dürfen:

Die Welt ist: schlecht! Und ich bin: Brecht!

Hier wurde Festivalleiter Patrick Wengenroth selbst tätig und hat für unser Schauspiel-Ensemble eine musikalische Brechtrevue inszeniert. Am 9. März um 19.30 Uhr blickt die Produktion in der brechtbühne ihrer Uraufführung entgegen. Unter Verwendeung des Badener Lehrstücks vom Einverständnis und anderen Texten von Bertolt Brecht lädt Wengenroth zur Auseinandersetzung mit Brecht ein: streitbar, krude, zart, zum Brüllen komisch und vor allem in Reibung mit der Gegenwart. Dabei schlüpft der Festivalleiter selbst in die Rolle des Dramatikers und zeigt dem Publikum, wie er Brecht und das Festivalprogramm versteht.

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung verriet Patrick Wengenroth bereits vorab: „Ich verwende seit Jahren gerne Musik in meinen Produktionen. Mein langjähriger Musikerkollege, Matthias Kloppe, begleitet mich und fünf Schauspieler des Theaters Augsburg. Text und Musik wechseln sich ab, wobei die meiste Musik nicht von Brecht stammt. Wir nehmen eines der selten gespielten Lehrstücke von Brecht mit rein, „Das Badener Lehrstück vom Einverständnis“. Ein Stück im Stück, sozusagen. Je nachdem, wie Brecht-affin der Zuschauer ist, wird er Assoziationen zu verschiedenen Brecht-Figuren haben: Puntila, Mackie Messer, Baal. Ich selbst bin halb Brecht, halb Helene Weigel – im Kostüm. So surfen wir durch Brechts Werk.“

Die Welt ist: schlecht! Und ich bin: Brecht! ist auch nach dem Brechtfestival noch bis zum 8. April in der brechtbühne zu sehen.


Premiere: 9. März 2017 | brechtbühne
Die Welt ist: schlecht! Und ich bin: Brecht!
(UA)
Musikalische Revue von (und mit) Patrick Wengenroth unter Verwendung des Badener Lehrstücks vom Einverständnis und anderen Texten von Bertolt Brecht.

Gift – noch 4 Vorstellungen

Am Silvesterabend um 22:07 Uhr fiel die Tür ins Schloss und der Beziehung war ein Ende gesetzt. Seit diesem Tag haben sie sich nicht mehr gesehen. Neun Jahre ist das jetzt her. Und nun das Wiedersehen – aus einem absurden Grund: Der Friedhof, auf dem ihr gemeinsamer Sohn begraben liegt, ist mit Giftstoffen belastet und die Toten müssen umgebettet werden …

Gift – eine Erfolgsgeschichte

2009 am Stadttheater Gent uraufgeführt, kam Lot Vekemans Stück im Juni 2011 zum ersten Mal nach Deutschland – als Gastspiel in Köln – und wurde kurz darauf in den Spielplan der Münchener Kammerspiele übernommen. Bereits 2010 wurde Gift. Eine Ehegeschichte (nl: Gif) mit dem Taalunie Toneelschrjifprijs als das beste, in den Niederlanden aufgeführte Stück der Spielzeit 2009/10 ausgezeichnet und erhielt 2012 eine Einladung zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin. Seitdem erobert das Stück die Bühnen weltweit und liegt in zahlreichen Übersetzungen vor.

Im Rahmen des Gefühlscamps feierte Lot Vekemans Kammerspiel Gift. Eine Ehegeschichte im Juni 2015 Augsburger-Premiere im hoffmannkeller. Seither war die Inszenierung von Schauspieldirektorin Maria Viktoria Linke bereits 27 Mal im Kellergewölbe zu sehen – 4 weitere Vorstellungstermine sind noch angesetzt, bis sich die Produktion Ende April verabschiedet.

Die letzten Termine:

Kaspar Hauser im tim – was steckt dahinter?

Am 23. April 2017 steht die nächste Opernpremiere ins Haus: Kaspar Hauser feiert Premiere im Staatlichen Textil- und Industriemuseum (tim). Die Produktion wird in einer konzertanten Version mit szenischen Impressionen zur Aufführung kommen. Was dahinter steckt?

Kaspar Hauser entstand als Koproduktion mit dem Theater Freiburg. Dort kam die in den Jahren 2013 bis 2015 geschaffene Komposition von Hans Thomalla im April 2016 in einer Inszenierung von Frank Hilbrich zur Uraufführung. Am Theater Augsburg sollte die Oper nun eigentlich im Großen Haus zu erleben sein – mit der kurzfristigen Schließung musste umgedacht werden. Zunächst schien es, als könnte die Koproduktion im Martini Park eine neue Heimat finden. Leider mussten diese Pläne jedoch schon kurze Zeit später wieder verworfen werden.

Nun freuen wir uns, Ihnen Kaspar Hauser in einer konzertanten Aufführung mit szenischen Impressionen (Kostümbild Gabriele Rupprecht) im Textilmuseum präsentieren zu dürfen!

Am Sonntag, 23. April 2017 ist Premiere – wir freuen uns auf Sie!

Brechtfestival 2017 – auch am Theater Augsburg

„Ändere die Welt sie braucht es“ ist das diesjährige Motto des Brechtfestivals, das am 3. März seinen Auftakt feiert. Diese Botschaft aus Brechts Lehrstück Die Maßnahme interpretierte der Berliner Regisseur und Schauspieler Patrick Wengenroth, der 2017 die künstlerische Leitung des Festivals übernimmt, als: „Krise ist immer“. Aus diesem Grund ist es nicht ratsam starr am Jetzt festzuhalten, sondern die Veränderung zu begrüßen und das Erreichte ständig zu hinterfragen!

3. März 2017

Trotz des geschlossenen Großen Hauses bieten auch wir heuer wieder vielen Veranstaltungen des Brechtfestivals eine Bühne. So freuen wir uns bereits am Freitag auf die Festivaleröffnung in der brechtbühne: In diesem Rahmen findet um 19.30 Uhr das Gastspiel Der gute Mensch von Downtown statt. Die Produktion des Inklusionstheaters RambaZamba Berlin ist eine Anlehnung an Brechts Der gute Mensch von Sezuan. Unterstützung erhält die Theatergruppe von der ehemaligen Konstanzer Tatortkommissarin Eva Mattes, die als Erzengel gemeinsam mit dem Ensemble aus Schauspielern mit Down-Syndrom auf der Bühne stehen wird. Im Anschluss an die Produktion lädt das DJ-Duo Conan DNS im „brechtkeller“ – den für das Festival umbenannten hoffmannkeller – ab 22 Uhr zur Premieren- und Eröffnungsfeier des Festivals.

4. März 2017

Im Rahmen der Langen Brechtnacht am 4. März beherbergt die brechtbühne die Dakh Daughters aus Kiew – ein politisches, künstlerisch-skurilles Kabarett, das Utopie, politische Realität und Geschichte ihres Heimatlandes, der Ukraine, besingt. Konzertbeginn ist um 21.30 und um 23.00 Uhr. Ebenfalls in der Langen Brechtnacht bei uns zu Gast: Tom Jahn, Monika Roscher und Tilman Herpichböhm. Die Musiker laden um 20 und 21.30 Uhr zu einem experimentellen Jazzkonzert mit Hang zum Pop.

5. März 2017

Am Tag darauf, 5. März, dem Thementag zu Feminismus, Chauvinismus, Frauen und Männern, Gender und Gesellschaft lesen Laurie Penny und Jack Urwin – die wichtigsten Stimmen des jungen Feminismus bzw der modernen Männlichkeit – unter dem Titel Fuck Heroes, fight now um 15 Uhr in der brechtbühne. Abends findet dort um 20.30 Uhr mit First Black Woman in Space eine feministische, afrofuturistische Performance statt, die der Situation von Schwarzen Frauen und „Women of Colour“ gewidmet ist.

6. März 2017

Am 6. März steht mit Brecht und Kafka: Ein Kraftakt eine szenische Produktion von Dr. Michael Friedrichs zu den beiden deutschen Literaturgrößen im brechtkeller auf dem Programm. Und auch am 7. März wird es im Kellergewölbe unter dem Intendanzgebäude literarisch: Autor Alois Hotsching, Prof. Dr. Stephanie Waldow (Uni Augsburg), Stefanie Wirsching (Augsburger Allgemeine) und Dr. Sebastian Seidel (Sensemble Theater) laden zu den 22. Augsburger Literaturgesprächen. Ab 19.30 Uhr stehen im brechtkeller wieder unterschiedlichste deutschsprachige Bücher im Mittelpunkt, die in der Runde vorgestellt und diskutiert werden.

8. und 9. März 2017

In Anlehnung an das Motto des diesjährigen Festivals steht mit Krise ist immer am 8. und 9. März auf der Probebühne 1 eine Eigenproduktion des Brechtfestivals auf dem Programm. Und am 9. März präsentieren wir dann unseren eigenen Beitrag zum diesjährigen Brechtfestival: Die Welt ist: schlecht! Und ich bin: Brecht! feiert um 19.30 Uhr Uraufführung in der brechtbühne. Die musikalische Revue von und mit Festivalleiter Patrick Wengenroth lädt zur Auseinandersetzung mit Brecht: streitbar, krude, zart, zum Brüllen komisch und vor allem in Reibung mit der Gegenwart. Im brechtkeller gestaltet am 9. März ab 22 Uhr die Indie-Pop Band Zimt den Abend.

11. März 2017

Am 11. März moderiert Patrick Wengenroth den Festivaltalk Schrei(b)end die Welt verändern – Drama vs. Prosa vs. ? auf der Probebeühne 1. Am selben Tag ist Abends ab 21.30 Uhr die Augsburger Indie-Rock Band Ein Quantum Horst mit einem Konzert zu Gast im brechtkeller.

12. März 2017

Und auch die letzte Festivalproduktion 2017 kommt bei uns in der brechtbühne zur Aufführung: Mit GAS. Plädoyer einer verurteilten Mutter (GAZ. Pleidooi van een gedoemde Moeder) ist am 12. März eine Produktion des Theaters Malpertius in Tielt (Belgien) bei uns zu Gast. Das besondere der Produktion? Das Theaterstück von Tom Lanoye wird in niederländischer Sprache mit deutschen Übertiteln gezeigt. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Gleich Karten sichern!
Weitere Infos: www.brechtfestival.de

Angst vor Romantik?

MAN Diesel & Turbo präsentieren exklusiv das 5. Sinfoniekonzert

Sie ist die vorherrschende musikalische Stilrichtung des 19. Jahrunderts: Von 1830 bis circa 1900 schlägt die Romantik in ihren diversen Formen Komponisten, Musiker und Konzerthäuser in ihren Bann. In ihrem nächsten Sinfoniekonzert machen die Augsburger Philharmoniker einen Ausflug in die Epoche, die zu ihrer Zeit den Gegenpol zur Wiener Klassik Haydns und Mozarts darstellen sollte.

Im Laufe des 17. Jahrhunderts hatte sich, ausgehend vom französischen „romantique“ das Adjektiv „romantisch“ in der deutschen Sprache etabliert, zunächst mit der Bedeutung „wie ein Roman“, später als Gegenbegriff von Klassik und Aufklärung, der das Fantastische, Irrationale, Gefühlsbetonte beschrieb. Die musikalische Romantik folgte jedoch erst mit einigem Abstand auf ihr literarisches Pendant, das seine Anfänge bereits Ende des 17. Jahrhunderts verzeichnet.

Dass sich hinter dem Begriff „Romantik“ unter anderem in der Orchestermusik vielfältige Ausdrucksformen verbergen, zeigen die Augsburger Philharmoniker in ihrem 5. Sinfoniekonzert Angst vor Romantik? Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Domonkos Héja laden die Musiker am 27. und 28. Februar um je 20 Uhr in den Kongress am Park. Auf dem Programm stehen dabei Brahms‘ Konzert für Violine, Violoncello und Orchester und Ernö Dohnányis erste Sinfonie.

Johannes Brahms

Die Werke von Johannes Brahms werden heute der Hochromantik zugerechnet, wenn sich auch ihr Tonfall durch Brahms‘ Hinwendung zu traditionellen Formen und Kompositionsweisen aus Barock und Klassik vom Tonfall seiner Zeitgenossen abhebt. Das Konzert für Violine, Cello und Orchester ist sein letztes Orchesterwerk. Aus Liebe zur Tradition greift Brahms hier eine Konzertform der Klassik auf (die Sinfonia concertante), versetzt sie aber in die Klangwelt der Spätromantik.

Ernö Dohnányi

Ernö Dohnányis erste Sinfonie wird im Rahmen des 5. Sinfoniekonzerts zum ersten Mal in Augsburg erklingen. Das Werk zeigt sowohl Brahms‘ Einfluss auf den jungen Komponisten, wie auch die erstaunlich reife Kompositionstechnik, über die der gerade 24-Jährige Dohnányi bereits verfügte.

Wir freuen uns, dass dank der Unterstützung von MAN Diesel & Turbo auch für dieses Konzert wieder zwei großartige Solisten gewonnen werden konnten, die das Orchester bei Johannes Brahms Komposition unterstützen: Violonist Barnabás Kelemen und Cellist László Fenyö. Beide Musiker verbindet sowohl eine langjährige Zusammenarbeit mit Generalmusikdirektor Domonkos Héja, als auch eine gemeisame erfolgreiche Karriere mit dem Kelemen Quartett.

Angst vor Romantik?
5. Sinfoniekonzert
MAN-Konzert
27. und 28. Februar 2017
Kongress am Park