Jubiläums-Ballettgala 2017

Bereits zum 10. Mal findet die Ballettgala des Theater Augsburg statt – und wie bereits im letzten Jahr erfreut sich dieses Event so großer Nachfrage, dass es erneut zwei Termine dafür gibt: Samstag, 27. Mai (19.30 Uhr) und Sonntag, 28. Mai (14.30 Uhr) – und beide Termine sind schon seit Februar restlos ausverkauft!

Auch in diesem Jahr dürfen wir Ihnen wieder hochkarätige Gäste präsentieren: Gauthier Dance Stuttgart und das Joffrey Ballet Chicago sind ebenso vertreten wie international renommierte Nationalballetts aus Spanien (Madrid), der Ukraine (Kiew) und Kanada (Toronto). Selbstverständlich ist auch das Augsburger Ballett mit dabei und zeigt einen bunten Mix aus Publikumslieblingen und neuen Choreografien zu weltbekannter Pop-Musik. Ein Auszug aus dem aktuellen Ballettabend CARMEN/ BOLERO darf hier natürlich nicht fehlen.

Aufgrund der vorübergehenden Schließung des Großen Hauses findet die Ballettgala 2017 in der Schwabenhalle der Messe Augsburg statt. Wir wünschen allen Beteiligten TOI, TOI, TOI und Ihnen unvergessliche Ballett-Momente!

Große Oper über einen kleinen Jungen

Am Montag, 22. Mai stellen Intendantin Juliane Votteler und Regisseur Lorenzo Fioroni erstmals die Inszenierung zu Karl Amadeus Hartmanns Oper Simplicius Simplicissimus der Öffentlichkeit vor. Einblicke in die Produktion geben bei der Opernwerkstatt mit Probenbesuch auch die Mitglieder des Opernensembles. Los geht´s um 18:45 Uhr, Treffpunkt ist die brechtbühne, Veranstaltungsort dann die Probebühne 1. Karten für die Opernwerkstatt sind für 6 Euro online und beim Besucherservice in der Kassenhalle erhältlich.

Der Regisseur
Lorenzo Fioroni inszenierte bereits an zahlreichen deutschen Theatern und Opernhäusern. Für seine Inszenierungen Dialogues des Carmelites und Nabucco am Theater Osnabrück wurde der gebürtige Italiener in der „Opernwelt“ als „Bester Regisseur“ nominiert. An der Deutschen Oper in Berlin inszenierte er bereits Verdis Simon Boccanegra und Puccinis Turandot. Auch in Augsburg kann Lorenzo Fioroni bereits auf einige umjubelte Operninszenierungen zurückblicken: Über seine Carmen schrieb Markus Thiel im Münchner Merkur am 24. Oktober 2011: „Mission erfüllt. Diese „Carmen“ ist ein Aufreger in jeglicher Hinsicht, mehr noch: ein Muss.“ Fioronis Inszenierung von Strauss´ Elektra in der Saison 2012/13 nannte Rüdiger Heinze von der Augsburger Allgemeinen „überzeugend, stringent, ja, wie gesagt: fulminant.“ Und auch in der vergangenen Spielzeit war eine Inszenierung von Lorenzo Fioroni im Großen Haus des Theaters Augsburg zu sehen: Verdis Blutoper Macbeth.

Das Regiekonzept
… wird natürlich vor der Werkstatt nicht verraten. Nur so viel: Ähnlich wie unser Schauspiel „Unruhe“ im Paradies (UA), das derzeit auf der brechtbühne zu erleben ist, findet auch Simplicius Simplicissimus in einer besonderen Arenabestuhlung statt, die einem außergewöhnlichen Regiekonzept Rechnung tragen wird.

Die Oper
Karl Amadeus Hartmann verbrachte die Jahre des Nationalsozialismus in „Inner Migration“, einsam in einem Haus am Starnberger See und beschäftigte sich mit Werken, die er nicht publizierte. Auf der Suche nach einem Stoff, der ihm angemessenen schien, die aktuelle Situation seiner Zeit auf der Opernbühne darzustellen, stieß er in der Zusammenarbeit mit Hermann Scherchen auf den Roman Der abenteuerliche Simplicissimus des Barock-Autors Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen. In seiner Oper Simplicius Simplicissimus zieht er eine Parallele zwischen den Schreckensjahren Europas im 17. Jahrhundert und denen des Nazi-Terrors. Wie damals im Namen der beiden christlichen Konfessionen Millionen Menschen den Tod fanden, so sollte der Zweite Weltkrieg im 20. Jahrhundert im Namen der Ideologien ebenso verheerend und zerstörerisch das Leben aller verändern. Musikalisch entwickelt Hartmann lediglich mit einem kleinen Orchesterapparat eine differenzierte Umsetzung dieses großen Stoffes. Zu entdecken sind darin zahlreiche Mittel der neuen Musik nach Schönberg. Die überarbeitete Zweitfassung der Kammeroper erlebte ihre Uraufführung am 9. Juli 1957 am Nationaltheater Mannheim.

Der Roman
In seinem Schelmenroman Der abenteuerliche Simplicissimus, der 1668 erschien, schildert Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges aus der Perspektive eines Knaben. Das Hauptwerk des barocken Autors gilt als erster Abenteuerroman und ist heute auch unter dem Titel Simplicius Simplicissimus bekannt. Ein Junge, der ohne jede Bildung und Erziehung bei Bauern aufwächst, wird Zeuge eines Überfalls marodierender Soldaten, die alles Leben auf dem Hof auslöschen. Nur er entgeht dem Gemetzel. Hilflos irrt er durch das verwüstete Land und findet bei einem Einsiedler Unterschlupf. Dieser unterweist ihn in der christlichen Religion und gibt ihm wegen seiner großen Einfalt den Namen Simplicissimus. Als sein Mentor stirbt, zieht der Knabe weiter und gerät schließlich auch in die Stadt und an einen Hof. Dort erkennt er die Mechanismen, die die Gesellschaft erhalten: Die Wenigen oben, die in den Bäumen leben wie die Vögel, ernähren sich von den Vielen unten, die mit ihrem Blut die Erde tränken.

Wir präsentieren Simplicius Simplicissimus ab dem 2. Juni (Premiere) in der brechtbühne des Theaters Augsburg – im Rahmen von In Gottes Namen.

Auf „Spurensuche“ beim diesjährigen Mozartfest

Ab heute ist es wieder soweit: Bis einschließlich 27. Mai 2017 ist Augsburg im Mozartfieber! Das Deutsche Mozartfest lädt ein, per Spurensuche die vielfältigen Bezüge und Verflechtungen zwischen verschiedenen Epochen zu entdecken. Die Spuren Mozarts führen über die Romantik und Komponisten wie Mendelssohn und Brahms hin zur zeitgenössischen Musik, die sich neben eigenen Formen und Kompositionstechniken auch mit ihren klassischen Vorbildern auseinandersetzt.

Im Rahmen des Festivals sind auch in diesem Jahr wieder zahlreiche national und international gefeierte Musiker und Musikerinnen zu Gast. So dürfen Sie sich unter anderem auf Benjamin Appl, den neuen Star am Baritonhimmel, die Echo-Preisträger Nuria Rial und Maximilian Hornung sowie die vielfach ausgezeichneten Jazzmusiker Michael Wollny und Vincent Peirani freuen.

Und auch wir sind beim diesjährigen Mozartfest mit zwei Konzerten vertreten. Am 24. Mai spielt das SoundLeaks Ensemble – das sich aus einem Teil der Augsburger Philharmoniker formiert – in der Staatsgalerie der Katharinenkirche. Unter dem Motto Retrospektive – Mozart & co. recomposed begibt sich das Ensemble auf eine „Zeitreise“ mit neuen Interpretationen der Werke alter Meister. Zum krönenden Abschluss des Festivals laden die Augsburger Philharmoniker am 28. Mai zu einem Konzerthighlight mit dem Titel Mozart & Strauss reloaded. Der britische Star-Cellist Steven Isserlis wird gemeinsam mit den Meisterschülern der Kronberg Academy, den Augsburger Philharmonikern und GMD Domonkos Héja drei Spielarten der konzertanten Sinfonie in Anlehnung an das diesjährige Festivalmotto „Spurensuche – Tracking Mozart“ zum Besten geben.


Karten zu diesen und allen weiteren Veranstaltungen des Festivals sowie weitere Informationen finden Sie unter www.mozartstadt.de

AUTSCH! – This is the end! – Horror!

Nach 25 Jahren intellektueller Late-Night-Hochkultur ist es jetzt time to say good bye zu sagen. Das ist furchtbar, tragisch und unbeschreiblich traurig, aber leider nicht zu ändern.

Am Freitagabend, dem 19. Mai, findet um 22.30 Uhr im hoffmannkeller das letzte quick & dirty statt. Schluchz. Alles hat ein Ende und wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Doch auch wenn Abschied ein scharfes Schwert ist, – niemals geht man so ganz, denn Abschied heißt auf Wiedersehen! Und wir sagen nicht leise Servus, sondern lassen es am Freitag noch mal so richtig krachen!


quick & dirty
19. Mai 2017 | 22.30 Uhr
hoffmannkeller

Mozart & co. recomposed mit dem Ensemble SoundLeaks

Immer wieder finden wir bei den Komponisten unserer Zeit das ganz bewusste Bekenntnis zu den Werken Alter Meister, durch die ein neues musikalisches Werk entsteht: eine Melange aus Alt und Neu in unterschiedlichster Gewichtung. Mal tritt dabei das Profil des Vorbildes, mal das des Bearbeiters deutlicher zutage – eine altehrwürdige Ikone der Musik wird hier mit epochalem Abstand überformt.

Ulrich Kreppein – Abendlied

Ulrich Kreppein geht in seinem Abendlied, dem letzten seiner drei Fantasiestücke, dabei ganz im Sinne einer musikalischen Spurensuche vor:

„Schließlich sind darin viele Spuren von Wiegenliedern versteckt oder kollagiert und es gibt zwei kurze Anklänge an Robert Schumann – zumindest würde ich sagen, dass das Schumann sein könnte – insofern ist da viel vertraute, frühere Musik drin, wie hinter einem Schleier mit verschiedenen Graden von Deutlichkeit.“

Salvatore Sciarrino – Mozart Adagio KV 356 und Gesualdo senza parole

Den sizilianischen Komponisten Salvatore Sciarrino, der mit Leidenschaft Musik früherer Komponisten bearbeitet, fasziniert besonders Wolfgang Amadeus Mozart. Bei dessen Adagio KV 356, übertrug Sciarrino den überirdisch-fragilen Klang der Glasharmonika in eine anrührend zarte Fassung für Kammerensemble. Auch auf den Renaissance-Meister Carlo Gesualdo hat Sciarrino ein besonderes Augenmerk. Vier Madrigale seines Landsmannes versah er in seiner Hommage Gesualdo senza parole mit heutigen Akzenten.

Tristan Murail – Feuilles a travers les cloches

Ein feinnervig-zartes Klangbild zeichnet Tristan Murail, ein Lehrer Robert Kreppeins, in Feuilles à travers les cloches (dt. Durch Glocken hindurch klingende  Blätter) auf, in welchem er dem Klavierstück Cloches à travers les feuilles von Claude Debussy nachgespürt. Mit gedämpftem Klavierklang à la Debussy und der Natur als Inspirationsquelle erweist er dem Meister des Impressionismus seine Referenz.

Isabel Mundry – Dufay-Bearbeitungen

Isabel Mundry schenkt in ihren Dufay-Bearbeitungen den Motetten des flämischen Renaissance-Meisters ein sensibles instrumentales Klangfarbenspektrum.

Volker Nickel – Redoute. 10 deutsche Tänze et al. für Oktett

Eigens für das Deutsche Mozartfest 2017 schrieb Volker Nickel seine 10 deutschen Tänze et al. für Oktett. Sie erinnern an das volkstümliche, um 1900 beliebte Genre der „Deutschen Tänze“. Gespielt und getanzt wurden sie gerne im Redoutensaal oder kurz der „Redoute“ – was dann den Saal ebenso wie die Tanz bezeichnen konnte. Ursprün glich bedeutete Redoute „Zufluchtsort“, etwa auch beim Festungsbau. Nickels Redoute erzählt eine Geschichte samt Intermezzo entlang einiger auf den Tanz bezogener Zitate.

Diese musikalischen „Zeitreisen“ erleben Sie am 24. Mai 2017 bei Retrospektive – Mozart & Co. recomposed, einem Konzert des Ensemble SoundLeaks der Augsburger Philharmoniker mit dem Pianisten Jürgen Kruse. Die musikalische Leitung des Abends, der im Rahmen des Deutschen Mozartfests 2017 stattfindet, übernimmt Johannes Gutfleisch. Konzertbeginn ist um 22 Uhr in der Staatsgalerie der Katharinenkirche (Eingang Schaezlerpalais, Maximilianstraße 46, 86150 Augsburg).


Retrospektive – Mozart & Co. recomposed
eine Veranstaltung des Deutschen Mozartfestes 2017
am 24. Mai 2017
in der Staatsgalerie der Katharinenkirche

Informationen und Karten: www.mozartstadt.de

An was glaubst DU?

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen – und legte den Grundstein für seine Reformation der christlichen Kirche. Was im 16. Jahrhundert angestoßen wurde, veränderte Deutschland, Europa und die Welt. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal.

Durch ihre Historie ist die Stadt Augsburg – von Luthers Streitgespräch mit Kardinal Cajetan (1518) bis hin zum Augsburger Religionsfrieden (1555) – eng mit den religiösen Disputen des Dreißigjährigen Krieges und den Entwicklungen des Landes verbunden. So  stellt sich im Zuge des Reformationsjubiläums hier in Augsburg die Frage: Welche Rolle spielen Glaube und Religion heute im Zusammenleben der Menschen in der Friedensstadt? Und zu welchen Bekenntnissen drängt es die Bewohner?

Auf der Suche nach Antworten

In ihrem neuen Rechercheprojekt „Unruhe“ im Paradies gehen Harry Fuhrmann und Christiane Wiegand diesen und weiteren Fragen auf den Grund. Auf der Suche nach Antworten begab sich das Duo mitten unter die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Mit über vierzig alteingesessenen und neu zugezogenen Augsburgern verschiedenster Glaubensrichtungen und Überzeugungen kamen Fuhrmann und Wiegand ins Gespräch. Die unterschiedlichen Geschichten brachten Gräben in der Stadtgesellschaft zu Tage, offenbarten Träume und Ängste und warfen Fragen an die gemeinsame Zukunft auf. Basierend auf diesen Gesprächen entwickelte das Regieteam einzelne Figuren diverser Überzeugungen und Religionszugehörigkeiten. Im Laufe des Abends erzählen diese von ihren persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen, treffen aufeinander und geben einen Einblick in die Komplexität von Glaube und friedlichem Zusammenleben.

Altbekanntes Team

Bereits in der Spielzeit 2009/10 entwickelten Harry Fuhrmann und Christiane Wiegand in einer ähnlichen Herangehensweise die Produktion Die Weber von Augsburg – augsburg factory: web und walk. Auf der Grundlage von historischen Recherchen, vor allem aber Gesprächen mit Arbeiterinnen, Arbeitern und Angestellten erschufen Fuhrmann und Wiegand ein farbenfrohes Portrait der Augsburger Textilindustrie auf dem Gelände der Dierig Holding AG in Pfersee.

Puppenspielkunst in der brechtbühne

Nun begeistert das Duo seit Samstag mit seiner aktuellen Produktion „Unruhe“ im Paradies in der brechtbühne. Dafür haben sich die beiden ein paar ganz besondere Gäste gesucht: Neben sechs Schauspielern unseres Ensembles und Susanne Reng vom Jungen Theater Augsburg, wurden für das Recherchestück auch drei Studenten der „Zeitgenössischen Puppenspielkunst“ der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin engagiert. Mit ihren zahlreichen Figuren sorgen die Puppenspieler immer wieder für überraschende Momente, die begeistern und verzaubern.

Neue Arenabestuhlung

Außerdem haben Sie im Rahmen der Produktion die Möglichkeit die brechtbühne einmal ganz neu zu erleben! Nach der letzten Faust-Vorstellung im April hieß es nämlich „Bye, bye Tribüne“ und „Hallo Arena-Bestuhlung“. Die gewohnte Tribüne mit ihren dreizehn Reihen wich einer drei- beziehungsweise vierreihigen Bestuhlung, welche die Bühne nun arenengleich an drei Seiten umschließt. Die Folge? Trotz gleicher Adresse erleben Sie in der brechtbühne nach dem Tribünen-Ausbau nun eine völlig neue Spielstätte, in der die Darsteller viel näher an das Publikum herankommen und die Produktionen aus einer neuen Perspektive zu erleben sind. Vorbeikommen und Staunen!


„Unruhe“ im Paradies
nächste Vorstellung heute Abend und noch bis 25. Juni 2017 in der brechtbühne

Große Abschiedsgala am Roten Tor

Pünktlich zum Vorverkaufsstart möchten wir Sie auf unsere große Abschiedsgala unter dem Titel Servus und baba – schön war’s hinweisen:

Für die letzten 10 Jahre Theater möchten wir uns am 30. Juli bei Ihnen, unserem treuen Augsburger Publikum, mit einer großen Abschiedsgala bedanken. Wir lassen die Höhepunkte der vergangenen Dekade noch einmal aufleben und Revue passieren. Erinnern Sie sich gemeinsam mit uns zurück an viele Inszenierungen und Produktionen – insbesondere an die vielen unvergesslichen Abende auf der Freilichtbühne – und begleiten Sie uns auf einer Reise durch ein Theaterjahrzehnt voller Emotionen.

Das genaue Programm wird noch nicht verraten – man munkelt aber über einen Abstecher ins Weiße Rössl an den Wolfgangsee, einem kleinen a-capella-Konzert mit den Comedian Harmonists und auch einige Blumenkinder von Hair wurden auf der Probebühne bereits gesichtet. Gut möglich also, dass das eine oder andere bekannte Gesicht auf die Freilichtbühne zurückkehrt.

Und das Beste daran: Der Vorverkauf für die Abschiedsgala hat schon begonnen. Gleich Karten sichern und am 30. Juli mit dabei sein!


Servus und baba
Abschiedsgala auf der Freilichtbühne am Roten Tor
30. Juli 2017, 20 Uhr

Auf ins Wunderland!

„Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur,
wenn man es für möglich befindet.“
Lewis Carroll, Alice im Wunderland

Wir alle kennen sie, die fabelhafte Welt von Wunderland. 1865 erschuf Lewis Carroll das Märchen um Alice, die einem weißen, „beuhrten“, viel zu späten Kaninchen durch einen Bau ins fantastische Wunderland folgt. Dort reiht sich Abenteuer an Abenteuer: Tränke und Speisen lassen sie zu winziger Größe schrumpfen und haushoch wachsen, Nichtgeburtstage und Teepartys werden gefeiert und die Herzkönigin lädt zum Minigolfspiel mit Flamingo-Schlägern und Igel-Bällen ein.

Vielfach wurde die Geschichte aufgegriffen und für Film und Bühne adaptiert. Immer wieder werden auch einzelne Figuren in der Popkultur zitiert, dass sie selbst Wunderland-Fremden ein Begriff sind: von der Grinsekatze, über den Märzhasen und den verrückten Hutmacher, bis hin zur Herzkönigin.

Die Augsburger Philharmoniker widmen sich in ihrem nächsten Familienkonzert nun einer musikalischen Adaption von Alice im Wunderland. Bernhard Lassahn (Text) und Martin Bärenz (Musik) haben Carrolls Märchen in ein Kindermelodram für einen Sprecher und großes Orchester geschrieben, die nun am 30. April in Augsburg zur Aufführung kommt. Unterstützung erhalten die Augsburger Philharmoniker dabei von Sprecherin Katja Schild, die das Orchester bereits bei den Familienkonzerten Paddington Bärs erstem Konzert und Pinocchio und Eine musikalische Weltreise begleitete. Konzertbeginn im Kongress am Park ist um 16.00 Uhr.

Alice im Wunderland – 3. Familienkonzert
Sonntag, 30. April 2017
16:00 Uhr
Kongress am Park

Das jtt lädt zum Perspektivwechsel

Einmal pro Woche trifft sich der Jugendclub am Theater Augsburg. In verschiedenen Workshops mit Körper-, Stimm- und Sprechübungen und der Auseinandersetzung mit Texten hat das jtt (junge theater team) hier unter der Leitung von Theaterpädagogin Nicoletta Kindermann die Möglichkeit sich auszuprobieren und nach und nach eine eigene Produktion zu gestalten. Nun ist es wieder soweit: Die neuste Produktion des Jugendclubs steht kurz vor ihrer Premiere! Diese Spielzeit haben sich die Jugendlichen mit Martin Heckmanns Theaterstück Die Zuschauer gewidmet und sich mit den Arten des Erlebens von Theater auseinandergesetzt.

Dabei kamen so einige Fragen auf: Wie verhalten wir uns eigentlich im Theater? Was nehmen wir wahr? Sollte man als Zuschauer gut vorbereitet sein und vorab wissen worum es im Stück geht? Zuschauen ist ja keine rein passive Tätigkeit, denn wir sind dazu aufgerufen aktiv an der Produktion teilzunehmen. Im Hinblick auf die körperliche Teilnahme mutet ein Theaterstück seinen Zuschauer sogar einiges zu: Vom Publikum wird erwartet, über zwei Stunden hinweg mucksmäußchenstill im Dunkeln zu sitzen und alle physischen Vitalfunktionen unterdrücken. Nach dem Vorstellungsbesuch kann man mit Fug und Recht sagen man hätte nichts verstanden, aber man kann nicht behaupten, dass man nichts gesehen, gehört oder erfahren hat! Zuschauer, die vehement daran festhalten, ihnen hätte eine Vorstellung nicht gefallen, können sich trotzdem im Nachhinein oft sofort an bestimmte Augenblicke des Stücks erinnern. Ein Zuschauer, der jedoch meint alles verstanden zu haben, muss im Nachhinein über nichts mehr nachdenken.

Theateraufführungen sind ein soziales Ereignis mit eigenwilligen Formen der Gemeinschaft. Während der Vorstellung kann das Publikum dynamische Veränderungen erffahren, in denen jeder einzelne Zuschauer über sich selbst hinauswachsen kann. Was macht Theater also mit seinen Zuschauern? Finden Sie es heraus! Premiere feiert die Produktion heute Abend, 26. April 2017 um 19.30 Uhr im hoffmannkeller. Weitere Termine sind im Mai und Juli geplant.

Die Zuschauer
Premiere: 26. April 2017
hoffmannkeller

Kaspar Hauser – die Titelrolle

Vor einem Jahr das erste Mal in Freiburg uraufgeführt, nun auch in Augsburg: Hans Thomallas Oper Kaspar Hauser entstand als Koproduktion der Theater in Augsburg und Freiburg – heute, am 23. April, feiert die Auftragskomposition nun Premiere im Textilmuseum Augsburg (tim)!

Besondere Aufmerksamkeit kommt in der Produktion natürlich der Titelfigur zu, für deren Partie der Komponist ganz spezielle Anforderungen hatte: „Seine Stimme sollte die größtmögliche physische Präsenz haben und zugleich die Leichtigkeit eines Kindes.“ Diese fand Thomalla in Countertenor Xavier Sabata, der am Theater Freiburg die Rolle des Findelkindes übernahm – und auch am Theater Augsburg in der Hauptpartie zu sehen sein wird!

Xavier Sabata (Foto: Michal Novak) stammt aus dem katalanischen Avià. Nach einem Schauspiel-Studium an der Hochschule für Theater in Barcelona führte ihn sein Weg in die spanische Hauptstadt. Am Madrider Konservatorium absolvierte Sabata ein Saxophon-Studium und an der Escola Superior de Musica Catalunya ein Studium für historischen Gesang und Lied. An der Hochschule für Musik in Karlsruhe perfektionierte der Countertenor seine Stimme unter Hartmut Höll und Mitsuko Shirai. Nach ersten Arbeiten mit William Christie und Les Arts Florissants steht Sabata mittlerweile mit Ensembles wie Europa Galante, Collegium 1704, El Concierto Español, dem Orquesta Barroca Sevilla und vielen weiteren auf der Bühne. Gastauftritte führen ihn regelmäßig ans Théâtre des Champs-Élysées in Paris, das La Fenice in Venedig, die Krakauer Oper, Madrids Teatro Real, die Tchaikovsky Halle in Moskau und in die führenden Hallen von London und New York.

Dabei ist der Countertenor preisgekrönt: 2013 gewann Xavier Sabata den Premio Ópera Actual, im Jahr darauf wurde er mit dem Premi Tendències d’el Mundo (2014) ausgezeichnet. Sein Repertoire reicht von Cavalli und Monteverdi, über die Heldenrollen der barocken Opera Seria, bis hin zu Erstaufführungen innovativer neuer Werke wie Fabrice Bollons Oscar und die Dame in Rosa. Im Rahmen der Koproduktion Kaspar Hauser übernimmt Xavier Sabata nun erstmals in Augsburg ein Engagement. Die Presse zeigte sich von seiner Leistung in Freiburg bereits sehr angetan:

„Die Klangsprache ist komplex, anspruchsvoll und fordert dem Hörer hohe Konzentration ab. Doch sich darauf einzulassen, lohnt. Die jedem Akt implantierte, mit „Riss“ betitelte Sequenz, in der Kaspar Hauser seine Reflexionen wie einen inneren Monolog offenlegt, berühren zutiefst in ihrer Differenziertheit. Hier ist es an der Zeit, Xavier Sabatas Kaspar Hauser-Darstellung zu applaudieren. Dass der Komponist die Partie für Countertenor schrieb, ist nachvollziehbar; dass er sie speziell für den Spanier verfasste, noch weit mehr. Die Modulationsfähigkeit dieser Stimme, ihre Souveränität im Umgang mit avantgardistischen Gesangstechniken, vor allem aber ihr androgyner Klang drücken der Figur einen unverwechselbaren Stempel auf.“
Alexander Dick, Badische Zeitung, 11. April 2016

Bernhard Doppler beschreibt den Countertenor in seiner Rezension für Deutschlandradio Kultur vom 9. April 2016 als „bewundernswert“, „weil von ihm eine große Bandbreite stimmlicher Variation gefordert ist: von Geräuschen am Beginn, vom Buchstabierern, von Falsett und aber auch tieferen Tönen.“

Kaspar Hauser
konzertante Aufführung mit szenischen Impressionen
Premiere: 23. April 2017